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1400-1700:

1478

zurück Werner Rolevinck: »De laude veteris Saxoniae nunc Westfaliae dictae« (Zum Lob des alten Sachsens, das nun Westfalen heißt)


Werner Rolevinck: »De laude veteris Saxoniae nunc Westfaliae dictae« 
(Zum Lob des alten Sachsens, das nun Westfalen heißt)

Ein Buch aus dem 15. Jahrhundert mit Langzeitwirkung. Es sprach jedem treuen Westfalen aus der Seele. Vor allem, nachdem das Land von anderen mit Spott übersät worden war. Um 1450 hatte Aeneas Silvius (1405-1464) eine Reisebeschreibung Europas verfasst und darin Westfalen besonders schlecht bewertet. Das wollte der aus Laer gebürtige Kartäusermönch Werner Rolevinck (1425-1502) nicht auf seinen Landsleuten sitzen lassen. Er antwortete 1474 mit der ersten Kulturgeschichte Westfalens, »Ein Buch zum Lobe Westfalens, des alten Sachsenlandes«. Das Werk richtete sich gegen all die »unwissenden und böswilligen Schwätzer«, die Westfalen zuvor als Ort der Barbarei und Geistesferne verspottet hatten. Für Rolevinck sind die Westfalen hingegen »Menschen, und zwar starkgebaute, kerngesunde schöne Gestalten, als wenn sie vom Tau des Himmels sich ernähren«: »Westfalen, von dem ich berichten will, ist kein Rebenland, sondern ein Reckenland. Gott der Herr hat es mit ganz besonderen Vorzügen ausgestattet, dass es der Welt wie dem Himmel so manches kostbare Kleinod schenken kann.« Rolevincks Werk gilt als Grundsteinlegung eines starken Westfalenbewusstseins, das typisch westfälische Tugenden – Treue, Redlichkeit, Beharrlichkeit – beispielhaft verkörpere. Es wurde vielfach aufgelegt und wirkte bis ins 20. Jahrhundert hinein. Ein anderes Werk Rolevincks »Fasciculum Temporum«, ein Wiegendruck aus dem Jahre 1500, wird als der erste »Bestseller« in der Weltgeschichte bezeichnet.




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