Startseite | Kontakt
Datenbank-Suche
 
Banderole

1400-1700:

1599

zurück Philipp Nicolai: »FrewdenSpiegel deß ewigen Lebens«


Philipp Nicolai: »FrewdenSpiegel deß ewigen Lebens«

Der evangelische Theologe und Kirchenlieddichter Philipp Nicolai (*1556 Bad Arolsen-Mengeringhausen – † 1608 Hamburg) war von 1596 bis 1601 Pfarrer in Unna. Unter dem Eindruck einer dort grassierenden, verheerenden Pest entstand sein »FrewdenSpiegel deß ewigen Lebens«. Die Sammlung enthält die Texte und Melodien von »Wie schön leuchtet der Morgenstern«  und »Wachet auf, ruft uns die Stimme« mit dem Bachsatz der dritten Strophe »Gloria sei dir gesungen«. Die Lieder sind, mitbeeinflusst von persönlichen Schicksalsschlägen (der Tod mehrerer Familienmitglieder) »allen betrübten Christen / so in diesem Jammerthal / der Elende auff mancherley Wege bauwen müssen / zu sehlighem und lebendigem Trost« gewidmet. Sie finden sich noch heute in kirchlichen Gesangbüchern. Nicolai verfasste zahlreiche theologische Werke – darunter eine »Theoria vitae aeternae« (1606) – und Predigtsammlungen. Weitere Barockdichtung aus Westfalen: Der Münsterische Arzt Bernhard Rottendorf (1594-1671) verfasste mehrere Bücher: 1647, während der Verhandlungen zum »Westfälischen Frieden«, veröffentlichte er einen deutsch-lateinisch abgefaßten Friedensappell mit dem Titel »Praegnantes Causae«. 1652 entstanden die neulateinischen Gedichte der »Laetitae reduces«, der wiedergeschenkten Freuden nach den Ende des Dreißigjährigen Krieges. Johann Heinrich Hadewig (1623-1671),  seit 1647 Pfarrer in Lübbecke, war Dozent an der Universität Rinteln. Er verfasste eine Theorie der Dichtkunst, die auf Opitz‘ »Buch von der deutschen Poeterey« fußt: »Kurtze und richtige Anleitung wie in unserer Teutschen Muttersprache ein teutsches Geticht zierlich und ohne Fehler könne verfertiget werden.« (Rinteln 1650). Weitere Werke waren: Friede erlangtes Teutschland (Hannover 1651) und »Geistliche Donner- und Wetter Glokke« (Rinteln 1655)Ferdinand von Fürstenberg (1626-1683), Fürstbischof von Paderborn und Münster, gehörte zu den gelehrtesten Bischöfen seiner Zeit. Er war ein großer Förderer von Wissenschaft und Kunst und Herausgeber der »Monumenta Paderbornensis«, einer der frühesten regionalgeschichtlichen Darstellungen Westfalens. Zeitlebens stand er mit vielen gelehrten Männern wie Leibniz im Briefwechsel. Schon als Jesuitenschüler und Student hatte er neulateinische Gedichte verfasst, so 1646 ein Lobgedicht auf den päpstlichen Friedensvermittler Fabio Chigi.


Tondokumente 


anhören download Freudenspiegel, Typ: MP3, Größe: 4223 KB
drucken